Fakt 1: Es gibt wichtigere Dinge als englische Lohnzettel und Anmeldung zur Sozialversicherung

Der Deutsche ist ein Mensch, der am liebsten klare Strukturen und Vorgaben hat und diese wie eine Checkliste abarbeiten kann. Das Denken des Deutschen basiert auf Regeln. Der Engländer dagegen denkt in Prinzipien und so funktioniert auch sein Rechtssystem.

Der windige Insolvenz-Berater ist auch Deutscher und versteht deswegen die Engländer und ihr Rechtssystem überhaupt nicht.

Dem Kunden, der die England-Insolvenz durchlaufen will, gibt er also eine Checkliste an die Hand: Besorg Dir ein Zimmer, ein Konto und wir produzieren dir noch ein paar Lohnzettel und du bist fein raus.

Aber das interessiert den englischen Richter nur bedingt. Wenn der Anwalt Ihrer Gläubiger Foto-Beweise vorlegt, dass Sie sich immer noch intensiv in Ihrem Heimatland aufhalten, wird der Richter entscheiden, dass Ihr Lebensmittelpunkt sich nicht in England befindet.

Der Richter weiß nämlich, dass jeder eine Wohnung mieten und ein Konto eröffnen kann, dafür muss ich mich nicht in England aufhalten.

Der gleiche windige Insolvenz-Berater wird Ihnen erklären dass Sie 180 Tage in England wohnen müssen um antragsberechtigt zu sein. Nach den deutschen Regeln (und der entsprechenden Auslegung des Rechts) wird er Ihnen weiter erklären Sie müssten sich die meiste Zeit der 180 Tage in England aufgehalten haben… -also mindestens 91.

Wenn Sie jetzt den Fehler begehen sich 91 Tage in Ihre englische Wohnung einzuschließen weil Sie damit ja dann den Großteil der Voraussetzungen erfüllt hätten werden Sie bei Antragstellung merken dass das den Richter nicht einmal die Bohne interessiert.